EU-Kommission plant Verlängerung kostenloser EUA-Zuteilungen
Laut Medienberichten plant die EU-Kommission, die kostenlosen EUA-Zuteilungen für die Industrie im EU-ETS 1 deutlich zu verlängern. Ursprünglich sollten diese bis 2034 parallel zur Einführung des CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) schrittweise auslaufen. Die Industrielobby fand nun scheinbar Gehör mit ihren intensiven Warnungen vor Carbon Leakage und Deindustrialisierung und konnte die EU-Kommission zu einer Abmilderung ihres Kurses bewegen.
Dadurch entsteht zunächst eine große Unsicherheit am CO2-Markt. Die EU-Kommission wird erst im Juli einen formellen Vorschlag vorlegen, dann beginnen Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten und dem EU-Parlament. Bereits im Juni steht hingegen die Zuteilungsentscheidung für die Jahre ab 2027 an. Die dann beschlossenen Zuteilungsmengen könnten also schon wenige Jahre später massiv angepasst werden. Das verhindert Planungssicherheit.
Zusätzliche Unsicherheit schafft der amtierende Bundeskanzler Friedrich Merz mit Aussagen, der Emissionshandel solle „revidiert oder verschoben“ werden, ohne klar zu benennen, was er damit eigentlich meint. In der Folge der Äußerungen Merz ist der EUA-Preis um knapp 20 €/EUA eingebrochen, was der Industrie zugutekommt. Wir werden in unserem Emissionsbrief kommende Woche näher auf die aktuellen Aussichten im europäischen Emissionshandel eingehen.
18.02.2026
Ihr Emissionshändler.com Team
