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Streit um ETS 1-Reform

Die Debatte um die anstehende Reform des EU-ETS 1 gewinnt an Schärfe. Eine neue Studie des Öko-Instituts warnt davor, dass mehrere derzeit diskutierte Reformoptionen den CO₂-Preis deutlich schwächen und erneut zu einem strukturellen Überschuss an Zertifikaten führen könnten. Genannt werden insbesondere die geplante Aussetzung der Löschung von Zertifikaten in der Marktstabilitätsreserve (MSR) sowie die Nutzung von Zertifikaten aus der Reserve für neue Marktteilnehmer (NER) zur Finanzierung der geplanten Industrial Decarbonisation Bank (IDB). Würde zusätzlich auch noch der lineare Reduktionsfaktor abgeschwächt, könnte dies laut Studie die Klimawirkung des ETS erheblich mindern. 

Eine Entscheidung über die Anfang April von der EU-Kommission vorgeschlagene Aussetzung der automatischen Löschung überschüssiger Zertifikate in der MSR wurde vom Europäischen Rat vertagt; mehrere Mitgliedstaaten drängen auf eine vertiefte Prüfung statt eines Schnellverfahrens. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) appelliert derweil in einem Brief an Bundeskanzler Merz, die geplanten Verschärfungen bei der Zuteilung im ETS auszusetzen, da zentrale Voraussetzungen der Transformation fehlten – darunter wettbewerbsfähige Strom- und Wasserstoffpreise sowie die notwendige Infrastruktur. Die EU-Kommission hatte vor kurzem die neuen Benchmark-Werte für die Periode 2026-2030 veröffentlicht, die teils erhebliche Absenkungen beinhalten. Die öffentliche Konsultation zu den neuen Benchmark-Werten ist noch bis zum 8. Juni geöffnet.

27.05.2026

Ihr Emissionshändler.com Team