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EU-Parlament beschließt Änderungen an MSR und CBAM

Das Europäische Parlament hat am 15. September 2026 seine Positionen zu zwei wichtigen Änderungen des EU-Kohlenstoffmarkts beschlossen. Im Mittelpunkt stehen die Marktstabilitätsreserve (MSR) des EU-ETS 1 und eine deutliche Erweiterung des Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM).

MSR: Schwelle für Löschung von Zertifikaten soll steigen

Anders als von der EU-Kommission vorgeschlagen, will das Parlament die automatische Löschung von EU-Allowances aus der MSR nicht vollständig abschaffen. Stattdessen soll die Schwelle, ab der Zertifikate dauerhaft gelöscht werden, zum 1. Februar 2027 von derzeit 400 Millionen auf 650 Millionen Zertifikate angehoben werden.

Damit soll die MSR weiterhin als Instrument zum Abbau struktureller Überschüsse dienen, zugleich aber einen größeren Puffer für außergewöhnliche Marktsituationen bieten. Der entsprechende Vorschlag wurde mit 367 zu 240 Stimmen bei 59 Enthaltungen angenommen.

CBAM: Deutlich mehr Produkte im Anwendungsbereich

Auch beim CBAM geht das Parlament über den Vorschlag der Kommission hinaus. Neben den bisherigen Warengruppen wie Stahl, Aluminium, Zement und Düngemitteln sollen künftig zahlreiche nachgelagerte Produkte erfasst werden. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Verbindungselemente, Drähte, Federn und Haushaltsartikel aus Stahl oder Aluminium. Der Umweltausschuss hatte eine Erweiterung auf 457 zusätzliche Produkte vorgesehen.

Zudem sollen die Regeln gegen Umgehung des CBAM verschärft werden. Unter anderem sollen Änderungen an Produkten, die gezielt zur Umgehung der CO₂-Abgabe vorgenommen werden, besser erfasst werden. Das Parlament stimmte seiner Position mit 464 zu 50 Stimmen bei 159 Enthaltungen zu.

Beide Positionen dienen nun als Grundlage für die weiteren Verhandlungen zwischen Parlament und Mitgliedstaaten. Die endgültigen Regelungen stehen daher noch nicht fest.

23.09.2026

Ihr Emissionshändler.com Team