Europäischer Rat hält am Emissionshandel fest
Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich bei ihrem Gipfeltreffen klar zum Emissionshandel bekannt. Trotz der intensiven politischen Debatten der letzten Wochen wird auf einen grundlegenden Eingriff in das System verzichtet. Stattdessen fordert der Europäische Rat in seiner Abschlusserklärung lediglich die ohnehin geplante Überprüfung des Systems durch die EU-Kommission bis spätestens Juli 2026 und verweist auf das Ziel, die Volatilität des CO₂-Preises und deren Auswirkungen auf die Strompreise abzumildern. Die „wesentliche Rolle des Emissionshandelssystems bei der Klima- und der Energiewende“ solle dabei gewahrt bleiben.
Angesichts der hohen Energiepreise fordert der Rat die Kommission zudem auf, kurzfristige Maßnahmen zur Senkung der Strompreise vorzulegen und nimmt hierbei direkt Bezug auf eine Anpassung der Marktstabilitätsreserve (MSR). Eine Anpassung der MSR könnte verschiedene Formen annehmen – etwa eine Veränderung der sogenannten „Intake Rate“ (also der Menge an Zertifikaten, die dem Markt entzogen werden) oder der Schwellenwerte, ab denen Eingriffe erfolgen. Während solche Maßnahmen formal auf die Stabilisierung des Marktes zielen, könnten sie faktisch auch das CO2-Preisniveau beeinflussen.
Es handelt sich bei alledem nicht um grundlegende Änderungen am Emissionshandelssystem, sondern eher um eine Feinjustierung. Vorschläge wie der Italiens, die Erdgasverstromung vorübergehend aus dem EU-ETS 1 auszunehmen, fanden keinen Eingang in die Gipfelbeschlüsse. Gleichwohl dürften entsprechende Forderungen im Zuge der anstehenden ETS-Überprüfung erneut aufkommen.
Das erwartete politische Gewitter ist also ausgeblieben – vorerst.
25.03.2026
Ihr Emisionshändler.com Team
