Die zwei verschiedenen Phasen des nEHS

Erst ein Steuersystem - dann ein Handelssystem

Die erste Handelsperiode des nEHS unterteilt sich in zwei Phasen:

In der ersten Phase 2021-2025 - auch als Einführungsphase bezeichnet -   gleicht das nEHS mehr oder weniger einer Steuer, obwohl man es kein Steuersystem nennen will. Zu jährlich steigenden Festpreisen von 25 Euro je Tonne in 2021 bis 55 Euro je Tonne in 2025, die in Verkehr gebracht werden, werden von einer staatlichen Behörde so viele Zertifikate verkauft, wie nachgefragt werden.

Übersteigt die Nachfrage an Zertifikaten in einem Jahr die von der EU ausgegebenen Emissionszuweisungen, muss Deutschland entweder in anderen, außerhalb des nEHS liegenden, nationalen Sektoren ausgleichende Emissionsminderungen erbringen oder aus anderen EU-Mitgliedstaaten, die ihre Emissionsziele übererfüllt haben, Emissionszuweisungen zukaufen.

Die Emissionszertifikate dieser Phase - die immer virtuell sind -  und auf einem Registerkonto gehalten werden, weisen zwei Markierungen auf.

  • eine Markierung, für welche Handelsperiode das Zertifikat ausgegeben wurde
  • eine Markierung, für welches Kalenderjahr das Zertifikat ausgestellt wurde.

Zertifikate, die für das Jahr 2021 ausgegeben werden, können nicht für die Abgabe für das Jahr 2022 verwendet werden. Die Kalenderjahr-Markierung ist die Folge des vorgegebenen, strikten Preisgerüsts. Nur mit Hilfe dieser Markierung kann in den Festpreisjahren die Übertragbarkeit von Zertifikaten in zukünftige Jahre („banking“) ausgeschlossen und so der teure Verkauf von im Vorjahr günstig erworbenen Zertifikaten verhindert werden.


In der zweiten Phase 2026-2030 - auch als Handelsphase bezeichnet -  entspricht das nEHS fast genau dem europäischen Emissionshandelssystem EU-ETS.

Im Zeitraum ab 2026 nach der Einführungsphase müssen Inverkehrbringer erstmalig Emissionszertifikate innerhalb eines fixen Preiskorridors von 55 Euro bis 65 Euro je Tonne im Zuge von Auktionen ersteigern.

Im Jahre 2025 wird zudem darüber entschieden, ob sich der Preis ab 2027 frei am Markt bilden soll. In der Handelsphase können Zertifikate grundsätzlich innerhalb der Handelsperiode von einem zum anderen Jahr übertragen werden. Für den Fall, dass sich der Marktpreis ab 2027 in Auktionen frei bilden darf, wird davon ausgegangen, dass sich die beiden Systeme nEHS und EU-ETS zusammenschließen werden, was jedoch erst sicher in 2025 entschieden werden wird.

Die Zertifikate 2021 bis 2030 zum Festpreis und in der Auktionierung

  • 2021 - Festpreis 25 Euro/Zertifikat
  • 2022 - Festpreis 30 Euro/Zertifikat
  • 2023 - Festpreis 35 Euro/Zertifikat
  • 2024 - Festpreis 45 Euro/Zertifikat
  • 2025 - Festpreis 55 Euro/Zertifikat
  • 2026 - Auktionspreis 55-65 Euro/Zertifikat
  • 2027 - Auktionspreis 55-65 Euro/Zertifikat oder freier Preis
  • 2028 - Auktionspreis 55-65 Euro/Zertifikat oder freier Preis
  • 2029 - Auktionspreis 55-65 Euro/Zertifikat oder freier Preis
  • 2030 - Auktionspreis 55-65 Euro/Zertifikat oder freier Preis
  • ab 2031 - Auktionspreis freier Preis